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Friedenslichtübergabe 2025

Die PNP berichtete:
Breitenberg. Das „ORF-Friedenslicht aus Bethlehem“ ist für Millionen Menschen in aller Welt eine liebgewordene Weihnachtstradition geworden. Im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet steht es auch für die Kameradschaft der Feuerwehren von „drent und herent“ und den Zusammenhalt der Menschen über Landesgrenzen hinweg. Am Heiligen Abend übergaben die Feuerwehrleute aus Aigen im Mühlviertel das Licht in der vollbesetzten Pfarrkirche an die Breitenberger. Nach einem Wortgottesdienst trugen die Feuerwehrfrauen und -männer die kleine Flamme weiter in die Städte, Märkte und Dörfer des Landkreises Passau und weit darüber hinaus.

Zum 34. Mal brachten die Feuerwehrkameraden aus Aigen im Mühlkreis das Friedenslicht nach Breitenberg, wo Pfarrer Wolfgang Hann in der Pfarrkirche St. Raymund aus diesem Anlass einen Wortgottesdienst mit den vielen Gästen feierte. Der elfjährige Jeries Fadi Khier, Sohn einer christlichen Familie aus Bethlehem, hatte das ORF-Friedenslicht heuer in der Geburtsgrotte Jesu entzündet. In Wien übernahm es das diesjährige Friedenslichtkind Florian Mitter aus Vorderweißenbach (Bezirk Urfahr-Umgebung).  „Gerade weil die Welt seit Jahren von Krisen und Kriegen geprägt ist, braucht es Symbole, die Hoffnung geben“, betonte der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer beim Empfang des Lichts in Wien. Er sei stolz, dass so ein starkes Zeichen von Oberösterreich in die ganze Welt getragen werde.

Dem schloss Pfarrer Wolfgang Hann sich in seiner Predigt an. Diese kleine Flamme sei ein sichtbares Zeichen, „dass unsere Hoffnung größer ist als unsere Angst“. Dieses Licht sei aber nicht nur ein Symbol, es sei ein Auftrag an uns. Jesus sei selbst das Licht der Welt. Wer ihm nachfolge, werde nicht in die Finsternis gelangen, sondern selbst Licht sein. In einer Welt voller Konflikte, Gewalt und Verunsicherung könne jeder und jede ein Friedenslicht werden. „Wenn wir in einer Diskussion als erste aufhören zu schreien, wenn wir zuhören statt zu urteilen, wenn wir für Wahrheit einstehen, wenn wir Brücken bauen, wo Menschen ausgegrenzt werden“, nannte Hann als Beispiele. Ein Werkzeug des Friedens könne man auch werden, wenn man ältere, einsame Menschen besucht, Menschen anruft, von denen man schon lange nichts mehr gehört hat oder ein echtes Gespräch einer flüchtigen Nachricht vorzieht. „Ein Licht verliert nichts von seiner Kraft, wenn es ein anderes entzündet“, machte der Geistliche deutlich. Und so sei es auch bei uns Menschen. Wenn jemand Zeit schenke, gehe ihm nichts verloren, aber jemand finde Orientierung, wenn man Hoffnung teile, werde die Hoffnung nur noch stärker. Deshalb habe auch das Friedenslicht aus Bethlehem nur Sinn, „wenn wir es weiterreichen“. Mit den Worten „Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens“ forderte er die Gottesdienstteilnehmer auf, als Lichtbringer hinaus in die Welt zu gehen.

Die Bedeutung des Lichtsymbols machten auch die Redner am Ende der Veranstaltung noch einmal deutlich. So betonte Breitenbergs Zweiter Bürgermeister Michael Moser die Verantwortung jedes Einzelnen: „Jeder von uns kann etwas bewirken.“ Ein freundliches Wort, ein offenes Ohr, gegenseitiger Respekt nannte er als kleine Schritte auf dem Weg zum Frieden. Landrat Raimund Kneidinger appellierte, auch angesichts einer aus den Fugen geratenen Weltordnung, den Optimismus nicht zu verlieren. Vielmehr solle man die kleinen Lichtblicke im Auge behalten: die Solidarität, den Zusammenhalt, das Ehrenamt, die Achtsamkeit. Damit werde das kleine Licht am Altar zum großen Leuchtturm in unserer Heimat. Er dankte den Feuerwehren Breitenberg und Aigen, die diese Tradition aufrechterhalten.

Die Kraft der Gemeinschaft sprach Bezirkshauptmann Valentin Pühringer an. Der Mensch, der Hilfe brauche, könne in unmittelbarer Umgebung sein. Pühringer nutzte die Gelegenheit auch, um an den am Vortag (23. Dezember) verstorbenen Alt-Landeshauptmann Josef Ratzenböck zu erinnern. Der Jurist und Politiker ( ÖVP) war von 1977 bis 1995  Landeshauptmann von  Oberösterreich. Er sei ein Brückenbauer gewesen, der auf das Miteinander gebaut habe und für den der Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs das größte Ereignis seiner politischen Laufbahn gewesen sei. Es sei auch für uns ein Auftrag, Grenzen zu überschreiten und miteinander etwas zu entwickeln.

Rohrbachs Bezirkskommandant Thomas Stockinger rief dazu auf, dankbar zu sein für das, was wir haben. Es sei an uns, Probleme zu lösen und füreinander da zu sein. Nur im nächsten Jahr müsse man die deutsch-österreichische Freundschaft für eine kurze Zeit aussetzen, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Denn dann sei es möglich, dass Österreich und Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft aufeinandertreffen. Aigens Kommandant Christian Zimmermann ermunterte die Menschen, andere dabei zu unterstützen, ihre Träume angstfrei Wirklichkeit werden zu lassen. Auch so entstehe Frieden und jeder und jede könnten dazu beitragen.

Engelbert Fesl, der Vorsitzende der Feuerwehr Breitenberg, hatte zu Beginn der Andacht die Gäste in der Pfarrkirche St. Raymund begrüßt, darunter viele hochrangige Vertreter der Feuerwehren und der Kommunalpolitik von „drent und herent“. Deutlich spürbar war die große Freude der Feuerwehrkameraden, dass Kreisbrandrat Josef Ascher nach seinem schweren Bergunfall Ende September erstmals wieder an einen öffentlichen Großereignis teilnehmen konnte.

Nachdem die Ehrengäste in der Pfarrkirche das Friedenslicht verteilt hatten, brachten es die Feuerwehren in die Gemeinden und sorgten dafür, dass in tausenden Häusern am Heiligen Abend diese kleine Flamme leuchtete, die eine so weite Reise hinter sich hat. Für den fulminanten und äußerst klangvollen Rahmen dieser Feier sorgte einmal mehr die Blaskapelle Breitenberg unter der Leitung von Oliver Wurster.

Text und Bilder: Wolfgang Krinninger (herzlichen Dank dafür)

             

 

 

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