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Friedenslicht 2020

Ein kleines Licht mit großer Symbolkraft: Auch im Pandemiejahr ist das Friedenslicht aus Bethlehem am Heiligen Abend zu den Menschen in der Region gebracht worden. „Und wenn da Deife auf Stelzen daherkommt, wir schaffen das!“ Mit diesen Worten machte Breitenbergs Feuerwehrvorstand Engelbert Fesl die Kraftanstrengung deutlich, die nötig war, die bayerisch-österreichische Weihnachtstradition trotz Corona aufrechtzuerhalten. In Breitenberg wird das Friedenslicht in einer vom Künstler Toni Menacher errichteten Stele nun sogar das ganze Jahr über flackern. Nach Aussage von Kreisbrandrat Josef Ascher sei dies einzigartig in Bayern.

Seinen Ursprung nahm die Flammenstafette wie immer in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem. Allerdings konnte heuer keine österreichische Delegation anreisen, um das Licht in Empfang zu nehmen. Maria Khoury, ein Mädchen aus Bethlehem, hatte das leuchtende Weihnachtssymbol aus der Geburtsgrotte geholt. Die Schülerin aus einer christlichen Familie tat dies mit großer Freude: „Meine Familie und ich sind sehr stolz, heuer Teil dieser österreichischen Weihnachtstradition zu sein.“

Auch im weiteren Verlauf verlangten die Corona-Einschränkungen viel Improvisationstalent. So fand die österreichisch-bayerische Übergabe nicht direkt in Breitenberg statt, sondern bei strömendem Regen direkt am Grenzübergang. Eine Abordnung mit Aigens Kommandanten Thomas Stockinger und Ehrenkommandanten Kurt Schopper an der Spitze übergab das Licht an die Feuerwehr-Führungskräfte aus Breitenberg, die von Landrat Raimund Kneidinger und Vizelandrat Hans Koller begleitet wurden. Breitenbergs Feuerwehr-Vorstand Engelbert Fesl machte schon an der Grenze deutlich, wie dankbar er sei, dass sich die Feuerwehrleute von „drent und herent“ einig gewesen waren, alles dafür zu tun, das Friedenslicht trotz Corona zu den Menschen zu bringen.

Rücksicht aufeinander, Abstand zueinander – Pfarrer Wolfgang Hann ging beim anschließenden kurzen Wortgottesdienst in der Pfarrkirche St. Raymund auch auf die Pandemie ein, die eine neue Lebensrealität geschaffen habe. Das Virus habe gezeigt, wie fragil unser gesellschaftlicher Zusammenhalt sei. „Nur gemeinsam können wir Hass und Unfrieden überwinden“, sagte Pfarrer Hann. Auch daran erinnere das Friedenslicht. „Möge es allen leuchten, die in Dunkelheit leben.“

Hann ging auch auf die Friedenslicht-Stele ein, die an einer Säule links hinter dem Hauptzugang der Pfarrkirche aufgestellt worden war. Das Werk von Toni Menacher macht es möglich, dass das Licht aus Israel nun das ganze Jahr über in Breitenberg leuchtet. Zwei Texttafeln erinnern an die Geschichte dieses Brauchs, der sich 2021 zum 30. Mal jährt. Landrat Raimund Kneidinger war es vorbehalten, die Öllampe in der Stele zum ersten Mal zu entzünden.

In seiner kurzen Ansprache betonte er, wie wichtig es gerade in einer Krisenzeit sei, dass es „etwa gibt, das bleibt“. Das Friedenslicht sei auch ein Zeichen, dass wir in eine Zukunft blicken dürfen, die wieder heller werde. Ein großes Lob spendete er der Bevölkerung: „Es macht mich als Landrat unbandig stolz, wie der größte Teil unsere Bürgerinnen und Bürger mithilft, die Verbreitung der Pandemie einzudämmen.“

Kreisbrandrat Josef Ascher brachte seine Freude zum Ausdruck, dass die Friedenslicht-Gemeinde die Herausforderung in schwieriger Zeit angenommen habe, die Flamme weiterzutragen. Sein besonderer Dank galt Pfarrer Wolfgang Hann für die Idee, das Friedenslicht das ganze Jahr über leuchten zu lassen. Dies sei bayernweit beispielgebend. Sein Dank galt auch den Sponsoren, die das Projekt auf finanziell sichere Beine gestellt haben.

Breitenbergs Bürgermeister Adolf Barth beschwor die Gemeinschaft, für die das Friedenslicht ein Symbol sei. „Nur im Miteinander haben wir eine Chance, diese Pandemie zu bewältigen.“

Und selbst am Ende der kleinen Feier, bei der in den Vorjahren immer hunderte Menschen dabei gewesen waren, war nichts so wie sonst: Es gab weder Glühwein noch ein fröhliches Miteinander auf dem Platz vor der Kirche. Die Feuerwehren, die in Zweier-Teams gekommen waren, machten sich gleich auf den Weg zurück in ihre Heimatgemeinden. Im Gepäck eine Laterne mit einer kleinen Flamme, die in diesem Jahr noch eine Sehnsucht mehr als sonst verkörperte: die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie.
Bericht: Wolfgang Krinninger; Bilder gekennzeichnet mit W.K. hat Wolfgang Krinninger zur Verfügung gestellt. Danke für beides!

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