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Friedenslicht 2019

Lesen Sie den Bericht von W.Krinninger (PNP-Bericht) unten.

 

Es ist ein Symbol des Friedens, ein Zeichen für die tiefe Verwurzelung der Feuerwehren in der Bevölkerung und ein Beleg für Kameradschaft über Grenzen hinweg – das Friedenslicht aus Bethlehem, das auch heuer auf seinem weiten Weg wieder nach Breitenberg und Schärding kam und von hier aus in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und Regen verteilt wurde.

Das ORF-Friedenslicht aus Bethlehem leuchtet am Heiligen Abend als Weihnachtsbrauch von ORF Oberösterreich in ganz Europa, in den USA und in einigen Ländern Südamerikas und geht damit um die Welt.  Der Weihnachtsbrauch des ORF Oberösterreich erinnert an die Botschaft vom Weihnachtsfrieden bei der Geburt Christi in Bethlehem und damit an den tiefen Sinn von Weihnachten. Das Friedenslichtkind 2019 kommt aus der Jugendrotkreuzgruppe Enns (Bezirk Linz-Land) und heißt Victoria Kampenhuber. Die Wahl fiel auf die Schülerin aus Enns, weil sie besonders hilfsbereit und beim Jugendrotkreuz sehr engagiert ist.

Die grenzübergreifende Friedenslichtübergabe in der vollen Breitenberger Pfarrkirche St. Raymund fand zum 28. Mal statt und ist längst eine besondere Tradition in der Region geworden, wie Engelbert Fesl, der Vorstand der Breitenberger Feuerwehr, bei der Begrüßung der Gäste betonte.

Doch was kann eine kleine Flamme, entzündet in einer seit Jahrzehnten von Krisen gebeutelten Region, bewirken? Antworten darauf gab Breitenbergs Pfarrer Wolfgang Hann in einem Wortgottesdienst. Er machte deutlich, dass diese kleine Flamme für das Licht steht, das mit Jesu Geburt in die Welt kam. Die Weitergabe des Lichts sei sichtbares Zeichen dafür, dass mit Christi Geburt die Hoffnung größer geworden sei. „Dieses Licht hat einen weiten Weg zurückgelegt. Dieses Licht hat Grenzen überwunden. Dieses Licht soll uns alle erfreuen, verbinden und Hoffnung bringen“, betonte der Breitenberger Pfarrer. Das Friedenslicht sei aber auch Mahnung und Aufforderung an jeden Einzelnen, einander zu verzeihen, den ersten Schritt zu tun, die eigene Komfortzone zu verlassen.

Landrat Franz Meyer brachte seine Freude zum Ausdruck, dass dieser gute Brauch nun schon so lange „eindrucksvoll in Ehren gehalten wird“. Die Übergabe des Friedenslichtes gehöre zu den großen Ereignissen vor dem Jahreswechsel. Das Friedenslicht sei ein strahlendes Zeichen der Freundschaft und der Feuerwehr-Kameradschaft über Grenzen hinweg. In Anbetracht von Krieg, Gewalt, Flucht und Vertreibung in so vielen Teilen der Welt müsse man dem Herrgott dankbar sein „für die längste Friedensperiode,  die unsere Heimat jemals erleben durfte“. Doch Meyer machte auch deutlich, dass dieser Zustand keine Selbstverständlichkeit sei. „Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht unseren Einsatz, unser Engagement.“

Diesen Gedanken nahm auch Rohrbachs Bezirkshauptfrau Dr. Wilbirg Mitterlehner auf. Sie erinnerte daran, dass der Friede der Grundgedanke bei der Gründung der Europäischen Union gewesen sei. Dieser Friede sei auch in Europa keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. „Wir müssen dafür arbeiten“, betonte Mitterlehner. Wie alle weiteren Redner würdigte auch sie die freundschaftlichen Beziehungen über die Grenze hinweg.

Das Licht und der Weg seien wichtige Symbole in der Weihnachtsgeschichte, erinnerte Breitenbergs Bürgermeister Helmut Rührl. Er ermunterte dazu, neue Wege einzuschlagen, Wege von Mensch zu Mensch, zum Nachbarn, zu Menschen in Not. Weihnachten sei aber auch die Zeit, in der man einander ein Licht bringe: „ein Licht der Anerkennung, ein Licht der Aufmunterung, ein Licht der Verzeihung, ein Licht der Liebe, ein Licht der Freude, ein Licht der helfenden Tat.“

Kreisbrandrat Josef Ascher wünschte allen Anwesenden, dass sie wenigsten in den Weihnachtstagen Zeit fänden, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Er dankte den Feuerwehrkameraden aus Österreich und Bayern, dass sie sich die Zeit nehmen, „damit dieses wunderbare kleine Licht, über die Welt verteilt, einen großen Schein ergibt und die Nacht zum Tag werden lässt“.

Für Rohrbachs Bezirkskommandant Josef Bröderbauer leiste das kleine, leise Licht Widerstand gegen eine zu laute und lichtüberflutete Advents- und Weihnachtszeit. „Es tut gut, es verbindet, wir werden nachdenklich, und die wenigen Stunden zum Heiligen Abend hin bekommen noch eine tiefere Bedeutung“, so Bröderbauer. Dieses kleine Licht werde zum Symbol für „den Weg in eine andere Richtung“.

Dass der Friede auch durch das krasse Gefälle zwischen arm und reich in Europa gefährdet sei, machte Aigens Kommandant Thomas Stockinger deutlich. Dies sei ihm bei einem Hilfstransport ins bitterarme Rumänien bewusst geworden.

In seinem Schlusssegen forderte Pfarrer Hann die vielen Gläubigen in der Pfarrkirche noch einmal eindringlich auf: „Nehmt dieses Licht, bewahrt es, lasst es in eure Herzen leuchten und gebt es weiter.“ Einmal mehr hatte die Breitenberger Blaskapelle die Friedenslicht-Übergabe musikalisch hervorragend gestaltet.

Wolfgang Krinninger


 

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